Es wird leider immer wieder etwas unüberlegt mit dem Zusatz „Auto"- umgegangen. autos stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet nichts anderes als „Selbst“. Wenn also von einer Auto-Biographie die Rede ist, dann ist damit im strengeren Sinne der wirklich selbst geschriebene Lebensverlauf gemeint. Aber natürlich gibt es viele Fälle (vermutlich betrifft das die Mehrzahl), in denen schriftstellerische Hilfe in Anspruch genommen wird durch Biographen oder Autoren, die dann quasi als „Ghostwriter“ für die Biographie fungieren. Diese Ghostwriter (wie ich zum Beispiel) können bei allen nachfolgend genannten Formen der Biografie oder Auto-Biographie behilflich sein.
Die klassische (Auto-)Biographie
schildert das Leben in chronologischer Abfolge.
Beginnend bei der Geburt verfolgt sie den gesamten Lebensweg.
Die beschriebene Person und ihre Entwicklung stehen in dieser Form der Biographie immer im Vordergrund. Die Entwicklung eines Menschen ist jedoch auch immer im Zusammenhang mit äußeren Umständen zu betrachten, mit besonderen Ereignissen und dem Zeitgeschehen. Die relevanten Zusammenhänge und Hintergründe werden also mit einbezogen.
Memoiren
sind Erinnerungen, aber mit besonderem Blick auf äußere Ereignisse, Zusammenhänge und Hintergründe, die die Person geprägt haben. In dieser Biographie tritt die Person und ihre Entwicklung etwas in den Hintergrund. Memoiren schildern aus subjektiver Sicht Ereignisse, die eine breite Öffentlichkeit interessieren. Stilistisch zeichnet sich diese Form der Biographie durch einen lockeren, plaudernden Erzählstil aus. Häufig fließen Anekdoten mit ein.
Lebenserinnerungen
sind eher „philosophische“ Betrachtungen des Lebens: Warum bin ich so geworden, wie ich bin? Für diese Art der Biographie ist es nicht nötig, den gesamten Lebensweg aufzuführen und schon gar nicht in chronologischer Form. Anhand einzelner Ereignisse oder bestimmter Lebensabschnitte und Entwicklungs-phasen wird der Weg zu einem bestimmten „Ziel“ oder „Ergebnis“ dargestellt.
Ein (auto-)biographischer Roman
nutzt Fakten der realen Biographie und dramaturgisch Hinzu-Erzähltes. Dadurch unterscheidet sich diese Form der (Auto-) Biographie von den anderen Spielarten. Dem Leser wird nicht verraten, welche Teile auf wahren Tatsachen beruhen und wann und wo der Autor dichterisch tätig geworden ist. Ein (auto-)biographischer Roman erfordert also weitgehend dieselbe Recherche-Arbeit wie eine Biographie, setzt aber auch stark auf das erzählerische Talent des Autors (bzw. des "Ghostwriters").
Biographische Skizzen
nutzen alle vorgenannten Stilformen und Arten der (Auto-) Biographie. Manchmal ist es dabei von Vorteil, zunächst "skizzenhaft" das eigene bzw. das zu beschreibende Leben in kurzen Notizen aufzuschreiben, um auch selbst auf einen möglichen „roten Faden“ in der biographischen Arbeit zu stoßen.
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